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Dr. Kurt Steffens  FA für Plast. Chirurgie / Handchirurgie
45257 Essen Theaterpassage Kapuzinergasse 8      Tel: 0201 17189600    (Wegbeschreibung)

Müssen vor Einleitung einer Therapie spezielle Untersuchungen wie Röntgen, Labor und dergleichen durchgeführt werden ? In vielen Fällen sind solche Untersuchungen nicht erforderlich. In fortgeschrittenen Fällen kann eine Röntgenaufnahme eines stark eingekrümmten Fingers nützlich sein, da dies sich auf die Vorgehensweise in der Operation auswirkt.

Laboruntersuchungen im Hinblick auf Diabetes mellitus oder Erkrankungen der Leber müssen im Einzelfall überlegt werden.

Nervenärztliche Untersuchung können erforderlich werden, bei Verdacht auf eine Epilepsie oder eine begleitende Nervenkompression an der Hand.

Kann die Dupuytren'sche Kontraktur mit Injektionen , Laser oder Ultraschall behandelt werden ? Die Wirksamkeit einer Ultraschallbehandlung, Kortisoninjektion,  Laseranwendung u.ä. ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

 

Gibt es eine medikamentöse Therapie der Dupuytren'sche Kontraktur ? Es hat hier eine Vielzahl von Versuchen gegeben. Am bekanntesten ist die Anwendung von Vitamin E.

Aber auch für Vitamin E gilt, dass eine Langzeitvorbeugung hierdurch wissenschaftlich nicht bewiesen ist. Beobachtungen und Erfahrungen einzelner Betroffener können solchen wissenschaftlichen Untersuchungen durchaus einmal entgegenstehen:

So berichtete mir einmal ein Patient, der sowohl an einer Dupuytren'schen Krankheit als auch an einer Verkrümmung des Penis bei der Erektion (Induration Penis plastica) litt, dass sein Urologe ihm Vitamin E verschrieben habe. Dem Patienten war der Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen unbekannt.

Er berichtete, dass er zwar keine Änderung der Penissymptome bemerke, wohl aber habe er das Gefühl das der Strang in der Hand weicher geworden sei und weniger unangenehm sich anfühle wenn er etwas festhalte.

Kann die Dupuytren'sche Krankheit durch Röntgenbestrahlung behandelt werden ? Strahlentherapeuten, die diese Methode anwenden, argumentieren, dass bei der Bestrahlung im Frühstadium der Erkrankung eine bestimmte Zelle (Fibroblast) , die für das Fortschreiten der Erkrankung mit verantwortlich ist, geschädigt wird. Hierdurch werde der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflußt.

Ob dies wirklich so ist, lässt sich schwer beweisen.

Die Wirksamkeit dieser Therapien ist umstritten, da es sehr schwer möglich ist, ihren Effekt zu beweisen. Bei vielen Betroffenen kann die Erkrankung im Frühstadium viele Monaten und Jahre auch ohne jede Therapie unverändert bleiben !

In jedem Fall muss jedoch auch die unerwünschte Wirkung einer solchen umstrittenen Therapie bedacht werden :
bulletDies sind direkte Strahlenschäden an der Haut, die sich als "ekzemartige" Hautrötungen zeigen und meist längerfristig abklingen.
bulletGerade Menschen mit längerer Lebenserwartung sollten jedoch auch wissen, dass im Langzeitverlauf die strahlenbedingte Entwicklung einer Krebsgeschwulst im Bestrahlungsgebiet möglich ist. (Auch wenn dieses Risiko sehr gering ist !)

In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (Leitlinien) wird die Röntgenbestrahlung der Dupuytren'schen Erkrankung als obsolet (veraltet, nicht mehr anzuwenden) bezeichnet.

Muss  die Dupuytren'sche Erkrankung immer operiert werden?      

   

 
Nein! Eine Operation ist in der Regel nur erforderlich, wenn einer oder mehrere Finger nicht mehr voll gestreckt werden können. (20° und mehr Streckverlust)


Ausnahme:

 Bei Schmerzen oder sehr starken Hauteinziehungen ebenso bei störenden ausgedehnten knotigen Veränderungen kann eine Operation auch ohne Streckverlust der Finger sinnvoll sein. Hier kann es bei sehr starken Hauteinziehungen zu Infekten durch Schmutzpartikel kommen, wenn sich Schmutz in den Hauteinziehungen festsetzt.

Hinweis : Eine Operation bei einem einzelnen nicht störenden Knoten (siehe Bild unten) sollte unterbleiben !

 

Wie soll man sich bei einem einzelnen nicht störendem Strang in der Hohlhand verhalten ?

 

Es genügt hier völlig, wenn die Erkrankung beobachtet wird. 

Viele Handdchirurgen empfehlen in diesem Fall eine Kontrolle nach 12 - 18 Monaten.

Kann die Operation ambulant vorgenommen werden.? Ja! Wir prüfen in jedem Einzelfall, ob dies möglich und sinnvoll ist. 

 

bulletLiegen bestimmte Allgemeinerkrankungen vor, oder hat der Patient zu Hause keine ausreichende Betreuung, muss der Eingriff stationär erfolgen.
bulletDies gilt auch für Eingriffe , die aufgrund des Krankheitsfortschrittes eine längere Operationszeit erwarten lassen.