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Hier informiert der Handchirurg Dr. Steffens über die Operation der Dupuytren'schen Erkrankung.

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Die Startseite der Dupuytren'schen KontrakturDie Therapie des Morbus DupuytrenDie Nachsorge der Dupuytren'schen Krankheit

Was geschieht bei der Operation ? Das krankhaft veränderte Fasciengewebe der Hohlhand und der betroffenen Finger wird möglichst vollständig entfernt.

In fortgeschrittenen Fällen ist auch die Haut verkürzt. Eine Hautverlängerung muss dann mit Hautplastiken (d.h. Umformungen der noch vorhandenen Haut) oder auch durch Hautverpflanzungen vorgenommen werden.

Gerade in fortgeschrittenen Fällen oder bei lange bestehenden Gelenkkrümmungen ist es oft notwendig, die geschrumpften Bandstrukturen eines Gelenkes zu lösen.

In sehr einfachen Fällen dauert der Eingriff weniger als eine Stunde; in weit fortgeschrittenen Fällen sind oft viele Stunden Operationszeit notwendig.

Fasciengewebe der Hand

Das erkrankte und zu entfernende Gewebe ist mit einer Schere unterfahren

Ist auch eine Operation noch in weit fortgeschrit-tenen Fällen möglich ? Eine Operation ist zwar auch in den Spätstadien möglich, sinnvoll ist es jedoch, die Operation nach Einsetzen der ersten Streckbehinderung (circa 20°)  zu erwägen.

Ein Dupuytren Stadium IV vor einer Operation.
Obiges Bild zeigt ein solches fortgeschrittenes Stadium (Stadium IV)

Bedenken Sie bitte: Auch wenn bei ersten Krankheitszeichen in der Regel eine Operation nicht sinnvoll ist, so sollten Sie bitte nie so lange warten wie auf obigem Bild gezeigt.

Wo liegen die Probleme bei einer Operation im Spätstadium ?

 

Dupuytren Stadium IV nach drei Stunden Operaion.
Oben stehendes Bild zeigt das Resultat unmittelbar am Ende der Operation. Da die Haut am 5. Finger infolge der Erkrankung stark geschrumpft war, musste eine Hauttransplantation vorgenommen werden.
Operationszeit circa 3 Stunden!

In Stadium IV ist eine Operation äußerst langwierig und auch komplikationsträchtiger. Man darf in diesem Stadium nicht mehr mit voller Streckung der betroffenen Finger nach der Operation rechnen ! Auch dauert die Nachbehandlung wesentlich länger als bei einer zeitgerecht durchgeführten Operation.

Welche Betäubung ist für den Eingriff notwendig ? Wir führen den Eingriff meist in einer Betäubung durch, bei der nur der Arm betäubt wird. Hierzu wird vom Narkosearzt eine Injektion in die Achselhöhle vorgenommen.
Nach 30 Minuten - manchmal jedoch auch länger - ist dann der ganze Arm betäubt (sog. Plexusanästhesie).
Dieses Betäubungsverfahren ist risikoärmer als eine Vollnarkose. Patienten schätzen besonders, dass sie unmittelbar nach der Operation essen und trinken können. Aus ärztlicher Sicht ist außerdem hervorzuheben, dass diese Form der Betäubung noch mehrere Stunden nach der Operation anhält. Hierdurch lässt sich die erste Zeit nach dem Eingriff problemlos ohne weitere Schmerzmittel überbrücken.
Auf Wunsch kann bei dieser Betäubung ein leichtes Schlafmittel gespritzt werden, so dass der Patient den Eingriff verschläft - ohne dabei in Narkose zu sein!
Welche Risiken hat die Operation ?

An dieser Stelle können nur einige Risiken exemplarisch genannt werden. Individuelle Risiken sollten Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Keine Operation ohne Risiko! Allerdings sei vorausgeschickt, dass die überwiegende Zahl der hier an dieser Erkrankung operierten Patienten den Eingriff ohne Komplikationen übersteht, und dass sich auch der gewünschte Erfolg einstellt.
Dennoch kann es in Ausnahmefällen zu Störungen der Wundheilung oder zu einer schlechteren Bewegung in der ganzen Hand kommen.

Auch sind wie bei jeder Operation Infektionen möglich, die zu unterschiedlich langen Verzögerungen des Heilverlaufes führen und manchmal eine Revisionsoperation erforderlich machen.

Bei Hautlappenplastiken können Durchblutungsstörungen in den Hautlappen ebenfalls die Wundheilung verzögern. Bei Hauttransplantaten wachsen diese manchmal nicht oder nur teilweise ein.

Die meisten dieser Komplikationen verzögern zwar den Heilverlauf, ein gutes Endergebnis ist bei richtiger Nachsorge jedoch auch hierbei in den meisten Fällen möglich.
 
bullet Es sind auch Verletzungen von Nerven oder Blutgefäßen möglich. Eine solche Verletzung ist keine leichte Sache. In einer auf Handchirurgie spezialisierten Abteilung kommt diese Komplikation jedoch nur sehr selten vor; außerdem kann jeder im Gebiet der Handchirurgie spezialisierte Arzt einen verletzten Nerven oder eine verletzte Fingerarterie mikrochirurgisch rekonstruieren. Allerdings bleiben auch nach einer solchen Rekonstruktion Defizite in der Nervenfunktion.
 
bullet Sehr selten ist auch eine Störung der Feindurchblutung der Hand. Hierdurch können einmal schwerwiegende Bewegungsstörungen, Schmerzen und Schwellungen der Hand zustande kommen (Sudeck'sche Krankheit).
In extrem seltenen Fällen kann auch einmal ein Finger absterben. Allerdings habe ich bei rund 200 Eingriffen bei Dupuytren'scher Krankheit pro Jahr in unserer Fachabteilung - seit nunmehr 15 Jahren - noch kein einziges Mal diese Komplikation beobachtet.

Ist eine Operation auch bei Einnahme eines "blutverdün-nenden" Medikamentes möglich ? Viele Menschen nehmen aus den unterschiedlichsten Gründen Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen. Die bekanntesten sind wohl Markumar, Aspirin, ASS100, Plavix usw.

Alle diese Medikamente dürfen 10-12 Tage vor jeder geplanten Handoperation nicht mehr eingenommen werden.

Wichtig:
Setzen Sie diese Medikamente jedoch niemals ab, ohne dies mit Ihrem behandelnden Arzt zu besprechen! Manchmal ist es erforderlich, dass während der Einnahmepause "Heparinspritzen" als Ersatz gemacht werden müssen.

Was versteht man unter einer "Offenen Handbehandlung" ? Die "open hand therapy" wurde von McCash in die Handchirurgie eingeführt. Bei dieser Therapie werden beim Wundverschluss einzelne Areale der Hand bzw. der Finger nicht zugenäht, sondern offen gelassen.

Hierdurch wird das Risiko eines schweren Blutergusses, von Handschwellungen und Schmerzen reduziert. Die Nachsorgezeit wird hierdurch jedoch etwas verlängert. Wir wenden diese Methode vorzugsweise in fortgeschrittenen Fällen sowie bei Zweiteingriffen an.

Ein Patient mit open hand therapy sollte sich nicht beim Verbandwechsel erschrecken, wenn er einige Stellen an der Haut unverschlossen sieht. Diese offenen Stellen heilen meist innerhalb von 3 - 5 Wochen von den gesunden Hautstellen her vollständig wieder zu. Auch die späteren Narben sind so wie an den anderen Op-Stellen.

Wann sollte die Operation einer Dupuytren'schen Erkrankung nicht vorgenommen werden ?

In folgenden Situationen sollte nicht operiert werden:

bulletKlinisch erkennbare Durchblutungsstörungen der Finger
bulletErkennbar mangelnde Fähigkeit des Patienten zur anhaltenden Mitarbeit in der Nachbehandlungsphase
bulletunbehandeltes Ekzem oder infizierte Wunde im Op-Gebiet
bulletinduriertes Handödem (selten)
bulletschwerwiegende Allgemeinerkrankungen, die ein nicht vertretbares Narkose- und Operationsrisiko haben. (z.B. wenige Monate zurückliegender Herzinfarkt)
Kann bei  beidseitigem Vorhandensein einer Dupuytren'schen Krankheit auf beiden Seiten operiert werden ? Nein! Grundsätzlich sollte ein planbarer Eingriff an der Hand nur immer auf einer Seite vorgenommen werden.

Die Operation an der zweiten Hand sollte auch immer mit genügendem Zeitabstand zum Ersteingriff vorgenommen werden. Das heißt die volle Belastbarkeit der zuerst operierten Hand muss vollständig wiederhergestellt sein.

 

Details zur Abschätzung des Operationszeitpunktes

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